Institutionelle Forschungsförderung

Ressortforschung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

Die Bundesoberbehörden im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit sind an der Umsetzung der Ressortforschung maßgeblich beteiligt. Dies sind: das Robert Koch-Institut, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, das Paul-Ehrlich-Institut, das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Die von ihnen erarbeiteten Forschungsergebnisse fließen oft direkt in Entscheidungen des Bundesministeriums für Gesundheit ein. Diese Einrichtungen widmen sich in unterschiedlichem Umfang Forschungsfragen, die zumeist eng mit ihren gesetzlichen Aufgaben in Verbindung stehen. Dies ermöglicht es dem Bundesministerium für Gesundheit, bei Bedarf auch sehr kurzfristig auf die hohe wissenschaftliche Expertise der Einrichtungen zurückzugreifen.

RKI_Logo.jpgDas Robert Koch-Institut (RKI) ist das Public-Health-Institut für Deutschland. Ziel seiner Arbeit ist es, die Bevölkerung vor Krankheiten zu schützen. Dazu werden gesundheitliche Trends beobachtet, erfasst und bewertet. Darauf basierende Handlungsempfehlungen unterstützen die für die Umsetzung verantwortlichen Anspruchsgruppen, passgerechte Maßnahmen zu ergreifen und umzusetzen. Die übergreifenden Forschungslinien des RKI befassen sich mit den bestimmenden Faktoren von Gesundheit und Krankheit, Evidenzbasierung und Evaluierung von Maßnahmen und methodischer Fortentwicklung. Das Forschungshandeln behält dabei stets den „Public Health Action Cycle“ im Blick.

  • Weitere Informationen sind in der Forschungsagenda des RKI zu finden: www.rki.de

bfarm_Logo.jpgDas Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist für die Zulassung und Sicherheit von Arzneimitteln sowie die Risikoerfassung und  -bewertung von Medizinprodukten und die Überwachung des Betäubungsmittel- und Grundstoffverkehrs zuständig. Ziel aller Maßnahmen ist die Erhöhung der Arzneimittel- und Patientensicherheit. Darauf ist auch das Forschungshandeln des Instituts ausgerichtet. So gehören Pharmakogenomik und -epidemiologie, Arzneimittelallergien, Neuropsychopharmakologie und Medizinproduktesicherheit zu den Forschungsschwerpunkten des Hauses. Das BfArM kooperiert dabei mit zahlreichen anderen universitären und nichtuniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland und weltweit.

  • Weitergehende Informationen zu Struktur und Inhalten der Forschungsaktivitäten des BfArM finden sich unter www.bfarm.de

Paul-Ehrlich-Institut_Logo.jpgDas Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Es ist für die Zulassung und Sicherheit von Impfstoffen für Mensch und Tier sowie für Antikörper, Allergene, Blutprodukte und Arzneimittel für neuartige Therapien zuständig. Das Institut zeichnet sich dadurch aus, dass regulatorische Aufgaben und Forschung zur Sicherstellung der Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln eng miteinander verknüpft sind. Dabei verfolgt das PEI einen übergreifenden „One-Health-Ansatz“. Weiterhin untersucht das PEI die Interaktion zwischen Pathogenen sowie biomedizinischen Arzneimitteln mit dem Organismus und erforscht experimentelle Impfstoffe und Therapien sowie Diagnostika. Es schafft dadurch eigene Daten zur Stärkung der wissenschaftlich begründeten Grundlagen für seine regulatorischen Entscheidungen.

  • Das Forschungsprogramm des PEI enthält weiterführende Informationen: www.pei.de

DIMDI_Logo.jpgDas Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) trägt Informationen aus der Medizin und einigen Randgebieten zusammen und stellt sie zur Verfügung. Dies umfasst beispielsweise Klassifikationen wie ICD oder ICF, Informationen zum Health Technology Assessment oder Literaturdatenbanken. Das Institut entwickelt datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel und Medizinprodukte. Diese sind auch für Patientinnen und Patienten wichtige Informationsquellen, beispielsweise zu Versandapotheken oder Zuzahlungen. Das DIMDI unterstützt Forschende, indem es aggregierte Daten für Forschungszwecke zur Verfügung stellt, beispielsweise über das Informationssystem Versorgungsdaten. Eigene Forschungsaktivitäten haben das Ziel, Datenbanken weiterzuentwickeln und Informationen bedarfsgerecht aufbereitet zur Verfügung zu stellen. Als IT-Plattform unterstützt das DIMDI das gesamte Bundesministerium für Gesundheit.

  • Informationen zur Arbeit des DIMDI finden sich unter www.dimdi.de

bzga_Logo.jpgDie Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist in Deutschland die Fachbehörde für Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskommunikation. Dabei sind Schwerpunkte ihrer Forschungstätigkeit die Evidenzbasierung und Untersuchungen zu den Wirksamkeitsvoraussetzungen von Maßnahmen und Kampagnen sowie Studien zur Überprüfung ihrer Effektivität und Effizienz. Die Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Maßnahmen sowie von Verfahren und Instrumenten der Qualitätssicherung in Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Praktikern und Multiplikatoren sowie die Stärkung des wissenschaftlichen Diskurses in Themenfeldern der Gesundheitsförderung und Prävention sind weitere Handlungsfelder der BZgA.

  • Weiterführende Informationen zu Forschungsaktivitäten der BZgA finden sich unter www.bzga.de

Institutionelle Forschungsförderung

Das Bundesministerium für Gesundheit engagiert sich auf Basis des Artikels 91b des Grundgesetzes für Wissenschaftseinrichtungen mit überregionaler Bedeutung. Gemeinsam mit den Ländern werden institutionell Forschungsinstitute der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL), die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin – Informationszentrum Lebenswissenschaften, die Cochrane Deutschland Stiftung sowie eine Einrichtung des Landes Hessen gefördert. Sie alle leisten wichtige Beiträge für die Ressortforschung.

BNITM_logo.jpgDas Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist Mitglied der Leibniz-Forschungsgemeinschaft und eine selbstständige Forschungseinrichtung für tropentypische Erkrankungen und neu auftretende sowie seltene Infektionskrankheiten. Ziel der Forschungsarbeit ist es, die Prävention, Diagnostik und Krankheitsbekämpfung tropentypischer virusbedingter und bakterieller Infektionen weiterzuentwickeln – auch im Hinblick auf drohende Epidemien. Die Forschungsarbeit des BNITM umfasst die drei Bereiche Molekularbiologie und Immunologie, klinische Forschung sowie Epidemiologie und Diagnostik. Der aktuelle Forschungsschwerpunkt sind Malaria, hämorrhagische Fieberviren und Gewebewürmer.Das BNITM kooperiert national und weltweit mit Forschungseinrichtungen, Universitäten, Gesundheitsministerien und der  Weltgesundheitsorganisation.

  • Weiterführende Informationen über das BNITM und seine Forschung: www.bnitm.de

FZB_Logo.jpgDas selbstständige Forschungszentrum Borstel (FZB) ist als Leibniz-Lungenzentrum auf die grundlagenorientierte und klinische Forschung infektiöser, nicht-infektiöser und chronisch-entzündlicher Erkrankungen der Lunge spezialisiert. In den zwei Programmbereichen werden bakterielle Infektionen (Schwerpunkt Tuberkulose) und zivilisationsassoziierte Lungenerkrankungen – wie Allergien oder Asthma – erforscht. Forschungsziele sind unter anderem die Erfassung, Diagnostik, Prävention und Bekämpfung multi- bis extrem-resistenter Erreger von Lungenkrankheiten, die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Medikamente sowie die Erarbeitung innovativer oder individualisierter Therapieansätze von pulmonalen Infektionskrankheiten und Lungenerkrankungen. Das FZB ist vernetzt mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen sowie Forschungsverbünden.

  • Detaillierte Informationen zur Arbeit des FZB sind zu finden unter: www.fz-borstel.de

HPI Logo.jpgDas Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) ist ein selbstständiges, gemeinnütziges Forschungsinstitut im Themenfeld humanpathogener Viren. Virenerkrankungen wie AIDS, Grippe, Hepatitis sowie neu auftretende Viruserkrankungen stehen in den beiden Programmbereichen „Molekulare Mechanismen der Viruspathogenese“ und „Innovative Therapieansätze“ im Fokus der interdisziplinären und translational ausgerichteten Forschung. Im Rahmen einer experimentellen Grundlagenforschung werden die Entstehungsmechanismen virusbedingter Erkrankungen untersucht, um aus den Erkenntnissen neue Behandlungsmöglichkeiten abzuleiten, die in präklinischen Studien getestet werden. Das HPI engagiert sich in regionalen und nationalen Forschungspartnerschaften, Forschungsverbünden und Netzwerken.

  • Weiterführende Informationen zur Forschungsarbeit des HPI sind zu finden unter: www.hpi-hamburg.de

DDZ_Logo.jpgDas Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) ist eine selbstständige Forschungseinrichtung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und gehört der Leibniz-Forschungsgemeinschaft an. Es widmet sich der Erforschung der Stoffwechselerkrankung Diabetes Mellitus. Die Forscherinnen und Forscher des DDZ verfolgen das Ziel, die Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Diabetes Mellitus und seiner Komplikationen zu verbessern. Das interdisziplinär ausgerichtete Forschungsprogramm vernetzt die molekulare und zellbiologische Grundlagenforschung mit klinischen und epidemiologischen Forschungsansätzen und untersucht darüber hinaus Fragen der Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie. Das DDZ ist Initiator des regionalen Innovationsnetzwerks Diabetes (RIN).

Leibniz-psychology_Logo.jpgDas Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) ist eine forschungsbasierte Infrastruktureinrichtung für die Psychologie in den deutschsprachigen Ländern. Das ZPID betreibt eine grundlagenorientierte Anwendungsforschung mit dem Ziel, die wissenschaftlichkritisch ausgerichtete Lese-, Schreib- und Medienkompetenz zu verbessern und Wissen zu generieren, um anwenderorientierte mediale Infrastrukturen zur Informationsrecherche und -bewertung zu schaffen. Weitere Forschungsbereiche sind die (statistische) Methodenentwicklung für die Auswertung von großen Datensätzen der psychologischen Forschung und die Begründung neuer Ansätze für datenbasierte Forschungssynthesen in der Psychologie. Das ZPID kooperiert mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Verbänden und wissenschaftlichen Vereinigungen.

ZBMED_Logo.jpgDie Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) – Informationszentrum Lebenswissenschaften ist eine Stiftung, die eine zentrale Informationsstruktur und vernetzte Wissensbasis für die Lebenswissenschaften (Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften) in Deutschland und Europa bereitstellt. Die anwendungsorientierte Forschungsarbeit von ZB MED ist darauf ausgerichtet, neue Wissenszusammenhänge in den genannten Lebenswissenschaften zu erschließen. Neue Anwendungen der Datenvernetzung und -verarbeitung sollen digitale Daten interdisziplinären Forschungsfragen nutzerorientiert zugänglich machen. ZB MED kooperiert mit nationalen Universitäten und Institutionen der wissenschaftlichen Forschung und Informationsvermittlung sowie nationalen und internationalen wissenschaftlichen Bibliotheken.

CDS_Logo.jpgDie Cochrane Deutschland Stiftung (CDS) in Freiburg ist Teil und deutsche Vertretung der Cochrane Collaboration, eines globalen unabhängigen Netzwerks von klinischen Forscherinnen und Forschern, Ärztinnen und Ärzten, weiteren Angehörigen der Gesundheitsfachberufe sowie von Patientinnen und Patienten. Cochrane erarbeitet unabhängige, verlässliche und öffentlich zugängliche Gesundheitsinformationen. Für Ärztinnen und Ärzte sind die Cochrane-Arbeiten eine wichtige Informationsquelle. Außerdem leisten die in Freiburg durchgeführten Schulungen und Workshops bedeutsame Beiträge zur Verbreitung der Kenntnisse über Inhalte und Methodik der evidenzbasierten Medizin. Ziel der evidenzbasierten Medizin ist es, dass in erster Linie solche Therapien eingesetzt werden, deren Wirksamkeit und Nutzen durch hochwertige wissenschaftliche Studien belegt wurden. So wird die Qualität der medizinischen Versorgung weiter verbessert.

GSH-Logo.jpgDas Chemotherapeutische Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus ist eine private, gemeinnützige Stiftung, die ein Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie unterhält. In Deutschland gibt es seit Jahren eine hohe Anzahl von Tumorerkrankungen, die im Zuge des demografischen Wandels wahrscheinlich weiter zunehmen wird. Vor diesem Hintergrund wird am Georg-Speyer-Haus Grundlagenforschung zur Tumorentstehung betrieben. Darauf aufbauend werden in Kooperation mit verschiedenen klinischen und translationalen Forschungszentren neue therapeutische Konzepte und Behandlungsstrategien für verschiedene Tumorerkrankungen entwickelt, an Tumormodellen getestet und in präklinischen Studien erprobt.