Aufbereitung des Forschungsstandes zur Partizipation Jugendlicher im Bereich der Prävention von Übergewicht

Übergewicht ist unter Jugendlichen in Deutschland ein gesundheitliches Problem mit hoher Prävalenz.

Die erste Folgeerhebung des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS Welle 1) kommt zu dem Ergebnis, dass ca. 19 % der Personen zwischen 11 und 17 Jahren übergewichtig oder adipös sind. Mit einem zunehmenden Body-Mass-Index (BMI) und anhaltendem Übergewicht steigt das Risiko für die Entstehung von Begleit- oder Folgeerkrankungen, teils auch schon bei einer lediglich geringen Überschreitung des Normalgewichts. Zu diesen Begleit- und Folgeerkrankungen, die bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten können, gehören unter anderem kardiovaskuläre Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats und Erkrankungen des endokrinen Systems, insbesondere Typ 2-Diabetes mellitus. Übergewicht bei Jugendlichen ist zudem nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein soziales Problem, da unter Jugendlichen aus Familien mit niedrigem Sozialstatus sowie Jugendlichen mit Migrationshintergrund besonders hohe Prävalenzen zu verzeichnen sind.

Für die Wirksamkeit von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention ist die Einbeziehung der Zielgruppen unerlässlich. Dies gilt auch und besonders für junge Menschen. Durch Partizipation sollen Jugendliche ermutigt werden, sich aktiv für ihre gesundheitlichen Belange zu engagieren, dadurch Lebenskompetenzen wie Selbstvertrauen, Stressmanagement und Kommunikationskompetenz erwerben und Verantwortung für ihre eigene Gesundheit zu übernehmen. Sie sollen dort, wo sie leben, mitwirken und mitentscheiden. Dies sollte nicht aus Selbstzweck erfolgen, sondern ein selbstverständlicher Bestandteil der Maßnahmen werden und in der Entwicklung der jeweiligen Organisation fest verankert sein.   
Da Partizipation ein zentraler Erfolgsfaktor und damit ein wichtiges Kriterium zur Sicherung der Qualität von Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht ist, Partizipation von Jugendlichen bei Maßnahmen der Übergewichtsprävention jedoch kaum stattfindet, plant das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), im Rahmen eines thematischen Schwerpunkts die Partizipation Jugendlicher im Bereich der Prävention von Übergewicht zu stärken. Durch mehr Wissen, gute Beispiele und Verbreitung in der Fläche soll die Bereitschaft zur Anwendung partizipativer Vorhaben gesteigert werden.
Ein wichtiger Schritt dabei ist, dass der Forschungsstand zur Partizipation Jugendlicher im Bereich der Prävention von Übergewicht ermittelt, wissenschaftlich aufbereitet und für die Praxis nutzbar gemacht wird.
Das Ziel ist, belastbare Erkenntnisse zur Zusammensetzung der Gruppe der Jugendlichen und eventueller Subgruppen, zur Erreichbarkeit Jugendlicher, zu den Lebenswelten, in denen sich Jugendliche bewegen, und den Werthaltungen, die sie vertreten, sowie zur Einstellung Jugendlicher gegenüber Partizipation zu erlangen. Es soll ein intensiver Austausch der Vorhaben im Rahmen des thematischen Schwerpunkts hergestellt werden. Die weiteren Vorhaben werden die Umsetzung von Partizipation in die Praxis zum Gegenstand haben. Erkenntnisse aus dem hier beschriebenen Vorhaben sollen in mehrere weitere, praxisbezogene Maßnahmen einfließen.

Gegenstand der Förderung ist ein Forschungsprojekt, das durch die Anwendung geeigneter Methoden den Forschungsstand zu Partizipation Jugendlicher im Bereich der Prävention von Übergewicht ermittelt, aufbereitet und die Transferierbarkeit der Ergebnisse in die Praxis beschreibt. Sofern zur Erreichung des Förderziels allgemeine Erkenntnisse zur Partizipation Jugendlicher herangezogen werden müssen, wird eine entsprechende Berücksichtigung solcher Erkenntnisse erwartet.

Die Bekanntmachung "Aufbereitung des Forschungsstandes zur Partizipation Jugendlicher im Bereich der Prävention von Übergewicht" wurde am 04.10.2017 veröffentlicht.

Die Einreichungsfrist ist am 19. November 2017 abgelaufen.

 

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